Wehrpunkt
Ausbildung

Lehrgänge in der Freiwilligen Feuerwehr planen.

Plätze beim Kreis sind knapp, Meldefristen kurz, und wer was schon hat, steht in einer Excel-Liste, die nur einer pflegt. Fällt ein Platz frei, telefoniert die Ausbildung herum, bis die Frist vorbei ist. Und mancher Gruppenführer-Anwärter merkt erst spät, dass ihm eine Voraussetzung fehlt. Gute Planung beginnt beim Ausbildungsstand und endet erst, wenn der Nachweis eingetragen ist.

Ratgeber von Wehrpunkt · Stand

Was die Dienstvorschrift vorgibt

Den Rahmen setzt die Feuerwehr-Dienstvorschrift 2, kurz FwDV 2, in der Fassung von Januar 2012. Sie wurde 2012 genehmigt und den Ländern zur Einführung empfohlen. Sie beschreibt die Mindestausbildung, jedes Land kann sie ergänzen. Ob euer Land sie so eingeführt hat oder eigene Lehrgangspläne nutzt, sagt eure Landesfeuerwehrschule oder eure Kreisausbildung.

Die FwDV 2 teilt die Ausbildung in drei Teile. Zur Truppausbildung gehören Truppmann Teil 1, Truppmann Teil 2 und der Lehrgang Truppführer. Die technische Ausbildung umfasst etwa Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger und Maschinisten. Die Führungsausbildung beginnt beim Gruppenführer. Wer eine Funktion ausübt, muss nach der FwDV 2 die passende Ausbildung abgeschlossen haben.

Schritt für Schritt zum Ausbildungsplan

  1. Ausbildungsstand erfassen. Je Kamerad jede Qualifikation mit Datum, bei Fristen auch mit Ablaufdatum.
  2. Bedarf ableiten. Welche Funktionen fehlen heute, welche werden in den nächsten zwei Jahren frei? Denkt an Wechsel, Umzug und Altersgrenzen.
  3. Kandidaten finden. Wer hat alle Voraussetzungen? Wem fehlt genau eine, die sich bis zum Lehrgang nachholen lässt?
  4. Früh fragen. Lehrgänge brauchen Zeit neben Beruf und Familie. Wer früh Bescheid weiß, kann Urlaub und Dienste darum planen.
  5. Bedarf melden. Rechtzeitig beim Kreis oder beim Anbieter, mit Namen und Ersatzleuten.
  6. Nachrückliste führen. Sagt jemand ab, fragt ihr sofort den Nächsten, mit kurzer Antwortfrist.
  7. Nach dem Lehrgang eintragen. Nachweis ablegen und an die Folgeschritte denken, etwa die Einweisung am eigenen Gerät.

Fristen, die ihr im Blick behaltet

FristWorauf du achtest
AnmeldeschlussSteht in der Ausschreibung von Kreis oder Landesfeuerwehrschule. Plant eine Woche Puffer für Rückfragen ein.
Geteilte LehrgängeNach der FwDV 2 sind alle Abschnitte innerhalb von zwei Jahren nach Beginn abzuschließen.
Fortbildung am StandortNach der FwDV 2 jährlich mindestens 40 Stunden je Einsatzkraft nach der Truppausbildung.
Nachweise mit AblaufUntersuchungen, Unterweisungen und Übungen, die eure Wehr verlangt. Erinnert früh genug, damit ein Termin frei ist.
MindestalterFür den Lehrgang Atemschutzgeräteträger nennt die FwDV 2 ein Mindestalter von 18 Jahren.

Die Stunden am Standort entstehen im Übungsdienst. Wie ihr den übers Jahr verteilt, steht im Ratgeber zum Dienstplan der Feuerwehr. Für die Fahrt zum Lehrgang mit einem Fahrzeug der Wehr hilft der Ratgeber zur Fahrzeuganmeldung.

So geht es mit Wehrpunkt

In Wehrpunkt ist der Ausbildungsstand ein Raster wie die alte Excel-Liste, nur pflegt er sich selbst: Ein Platz am Lehrgang oder ein neuer Nachweis ändert die Zelle. „Als Nächstes“ zeigt je Kamerad die nächste Ausbildung, für die er alles hat. Qualifikationen aus Teilen, etwa Teil 1 und Teil 2, zählen erst zusammen.

Kameraden tippen am Lehrgang auf „Interessiert“. Wird ein Platz frei, bekommt der Nächste ein Angebot mit Frist, „Kann nicht“ gibt ihn weiter. Den Bedarf an den Kreis legt Wehrpunkt als fertigen Mail-Entwurf mit Excel-Tabelle an. Nachweise mit Ablaufdatum stehen im Profil, bald ablaufende zuerst. FOX112 lässt sich anbinden, dann kommen Nachweise jede Nacht von dort.

Ausbildungsstand: Filter nach Gruppen und Lehrgang, Liste der Kameraden, die für Truppmann 1 passen
Bild aus der Musterwehr, alle Namen sind erfunden.

Häufige Fragen

Welche Lehrgänge macht man in der Freiwilligen Feuerwehr zuerst?

Nach der FwDV 2 (Stand Januar 2012) beginnt jede Ausbildung mit der Truppmannausbildung Teil 1 und Teil 2. Danach folgt der Lehrgang Truppführer. Bei Wehren mit Atemschutz sollen Sprechfunker und Atemschutzgeräteträger schon während der Truppmannausbildung dazukommen. Euer Land kann eigene Lehrgangspläne haben.

Wie viele Stunden Fortbildung braucht ein Feuerwehrmann im Jahr?

Die FwDV 2 sieht vor, dass jede Einsatzkraft nach der Truppausbildung jährlich mindestens 40 Stunden Fortbildung am Standort macht. Das sind die Übungsdienste eurer Wehr. Ob euer Land davon abweicht, sagt eure Landesfeuerwehrschule.

Was passiert, wenn ein Lehrgang in Abschnitten läuft und einer zu lange her ist?

Die FwDV 2 verlangt, dass alle Abschnitte eines geteilten Lehrgangs innerhalb von zwei Jahren nach Beginn abgeschlossen sind. Länger zurückliegende Abschnitte sind zu wiederholen. Plant den zweiten Teil darum gleich mit dem ersten.

Wie findet Wehrpunkt den passenden Kandidaten für einen Lehrgang?

Wehrpunkt zeigt beim Besetzen zuerst die Kameraden, die alle Voraussetzungen haben, die am längsten Wartenden zuerst. „Wer könnte …?“ zeigt auch, wem genau eine Voraussetzung fehlt. Mit einem Tipp fragt die Ausbildung alle Passenden per E-Mail.

Quellen und Hinweis

Diesen Ratgeber schreibt das Team von Wehrpunkt. Vorgaben aus Gesetzen und Vorschriften prüfen wir an der Quelle und verlinken sie. Was eure Satzung, eure Gemeinde oder euer Land regelt, geht immer vor. Der Text ist keine Rechtsberatung. Fehler gefunden? Schreib uns an [email protected].